Lebensmittelbranche würde bei einer Gasunterversorgung priorisiert

Lebensmittelbranche würde bei einer Gasunterversorgung priorisiert

Aufgrund der Unsicherheiten durch einen möglichen russischen Gas-Lieferstopp wird derzeit in Deutschland versucht an zahlreichen Stellen Gas einzusparen. Nach der Prämisse „Save gas for a safe winter“ (zu deutsch: Gassparen für einen sicheren Winter) hat die Europäische Kommission einen Plan zur Verringerung der Gasnachfrage vorgelegt. Die Lebensmittelbranche gehört neben den Bereichen Gesundheit und Verteidigung zu den priorisierten geschützten Bereichen. Auch wir sind in der gesamten Lebensmittelherstellung extrem von einer zuverlässigen Gasversorgung abhängig. Daher haben wir uns als Unternehmensgruppe schon vor Wochen nicht nur mit diesem Droh-Szenario beschäftigt, sondern in alternative Energiequellen investiert, um im Worst-Case gerüstet zu sein.

 

Vor- und nachgelagerte Lieferketten, wie beispielsweise die Glasproduktion für die Lebensmittel-Verpackung, sollen laut EU-Vorhaben ebenfalls als priorisiert betrachtet werden, da diese Bereiche bei der Produktion von Lebensmitteln zusammengehören. Welche Wertschöpfungsketten im Speziellen dazu zählen, prüft derzeit die Bundesnetzagentur. Wir setzen uns weiterhin für eine Priorisierung in der Tierhaltung und der Weiterverarbeitung ein, um die Versorgungssicherheit und den Tierschutz gewährleisten zu können. Unser wichtigstes Ziel ist es, die Lieferfähigkeit unserer hochwertigen Lebensmittel stets aufrecht zu halten.

 

Laut EU-Kommission sollen die EU-Länder ihren Gasverbrauch in den kommenden Monaten um 15 % im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der letzten fünf Jahre verringern. Ausgenommen von diesen Reduzierungen sollen geschützte Bereiche sein, die zur „gesellschaftlichen Kritikalität“ gehören. Dennoch bleibt die Verunsicherung in wie weit ein Gasstopp die wirtschaftlichen Abläufe beeinträchtigen wird. Im nächsten Schritt müssen die Mitgliedsstaaten dem Notfall-Plan zustimmen, damit er rechtskräftig für alle EU-Länder wird. Umgesetzt werden müssen die Maßnahmen sobald mindestens drei EU-Mitglieder akute Notsituationen aufgrund einer Gasunterversorgung zu befürchten haben.