In den Niederlanden sind Kooperativen in der Landwirtschaft schon länger verbreitet. Nun entwickeln Wissenschaft und Praxis gemeinsam ein Modell für Deutschland, mit dem Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen von Landwirtinnen und Landwirten kooperativ umgesetzt werden können. Um herauszufinden, wie die Praktiker auf eine solche Kooperative blicken, haben Thünen-Forschende eine Umfrage erstellt. Dafür werden möglichst viele Teilnehmer aus der landwirtschaftlichen Praxis benötigt.
Die Umfrage ist Teil des Forschungsprojekts „Modellhafte Erprobung von Naturschutz-Kooperativen in verschiedenen Agrarlandschaften Deutschlands nach dem niederländischen Ansatz“ (MoNaKo). Dabei werden unter der Leitung des Deutschen Bauernverbandes in vier Bundesländern Naturschutz-Kooperativen nach niederländischem Modell durch die Kulturlandschaftsstiftungen in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie dem Landesbauernverband Brandenburg erprobt und umgesetzt. Das Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen führt die sozioökonomische Begleitforschung durch.
Die Wissenschaftler wollen vor allem herausfinden, welche Herausforderungen Landwirten bei der kooperativen Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen sehen und unter welchen Bedingungen sie sich an einer solchen Kooperative beteiligen würden. Mitmachen können alle Praktiker, unabhängig davon, ob sie seit vielen Jahren mit anderen Betrieben zusammenarbeiten oder noch keine Erfahrungen mit derartigen Kooperativen haben. Die Umfrage dauert etwa 15 Minuten und wird anonym ausgewertet. Die Ergebnisse fließen direkt ein in Handlungsempfehlungen für die Agrarpolitik.
Die kooperative Umsetzung bedeutet, dass mehrere landwirtschaftliche Betriebe gemeinsam und abgestimmt über Betriebsgrenzen hinweg Agrarumweltmaßnahmen umsetzen. Dabei bleiben die Betriebe eigenständig und bewirtschaften ihre Flächen selbst. Häufig werden sie dabei von einer Koordinationsstelle unterstützt. Diese vernetzt die Betriebe, unterstützt bei der Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen, bei der Antragstellung und Dokumentation sowie bei der Kommunikation mit zuständigen Behörden.