Alois Rainer bekräftigt in Rheda Export-Strategie für deutsches Fleisch

Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, war am Donnerstag erstmals in seiner Funktion bei der Premium Food Group in Rheda-Wiedenbrück zu Gast. Clemens, Robert und Maximilian Tönnies führten den Minister durch die Produktion. Sie stellten dem CSU-Politiker die modernen Produktionsprozesse, Automatisierungslösungen und Nachhaltigkeitsmaßnahmen des Familienunternehmens vor. Am Rande der Veranstaltung bekräftigte Alois Rainer seine Export-Strategie im Sinne der Ganztiervermarktung: „Agrarexport hat für mich höchste Priorität.“

Der Besuch stand im Zeichen der Frage, wie moderne Lebensmittelproduktion, ein starker Heimatmarkt und internationale Absatzmärkte zusammenspielen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft langfristig zu sichern. „Deutschland ist und bleibt für uns der wichtigste Absatzweg”, verdeutlichte der geschäftsführende Gesellschafter des Rheda-Wiedenbrücker Familienunternehmens, Clemens Tönnies. „Gleichzeitig sind funktionierende Exportmärkte unverzichtbar, um das gesamte Tier wertschöpfend vermarkten zu können.“ Er betonte zudem: Kostennachteile am Standort Deutschland im Vergleich zum europäischen Wettbewerb könne man nur mit Qualität, Verlässlichkeit, hoher Effizienz, Automatisierung und innovativen Ansätzen auffangen. Genau davon machte sich der Minister beim Rundgang am Donnerstag in Rheda selbst ein Bild.

„Hier wird deutlich, wie sehr regionale Vermarktung und internationaler Handel beim Schweinefleisch zusammengehören“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Rainer im Anschluss. „Auf diese Weise wird auch das Einkommen der deutschen Bauern gesichert.“ Er bestätigte in diesem Zusammenhang, dass die Umsetzung der 2025 veröffentlichten Exportstrategie zusammen mit dem Bürokratieabbau weiterhin höchste Priorität habe.

Anhand verschiedener Teilstücke konnten die Inhaber des Rheda-Wiedenbrücker Familienunternehmens dem Minister anschaulich zeigen, warum eine erfolgreiche Exportstrategie für die Branche von großer Bedeutung ist. Teilstücke, die in Deutschland nicht nagefragt sind, sind wichtige Delikatessen in internationalen Märkten. „Wir müssen das gesamte Tier denken. Was bei uns kaum auf dem Teller liegt, ist in anderen Ländern ein hoch geschätztes Lebensmittel“, sagte Maximilian Tönnies. „Wenn wir diese Märkte erschließen, schaffen wir zusätzliche Wertschöpfung und nehmen im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland bei heimischen Produkten den Kostendruck.“ Der Minister setze mit seiner Exportstrategie die richtigen Impulse, betonte er. Gerade in der aktuell herausfordernden Situation der deutschen Landwirtschaft sei es wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette wettbewerbsfähig zu halten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag auf der modernen Produktionstechnik. Diese unterstützt die Belegschaft und ermöglicht eine präzise, effiziente und zugleich qualitätsorientierte Verarbeitung. „Wir produzieren hier Lebensmittel von höchster Qualität und mit einem Anspruch, der weltweit Maßstäbe setzt. Dass Millionen Menschen jeden Tag auf unsere Produkte vertrauen können, ist das Ergebnis der Arbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagte Maximilian Tönnies.

Zum Abschluss machte Clemens Tönnies auf die im europäischen Vergleich schwierigen Rahmenbedingungen aufmerksam: Bürokratie, hohe Energie- und Lohnkosten sowie die hohen Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher bei Tierwohl und Nachhaltigkeit – die Liste der Herausforderungen sei groß. “Wir sind großer Befürworter von Tierwohl-Maßnahmen”, verdeutlichte er. Aber: „Damit müssen wir uns gegenüber nicht an Tierwohl ausgerichteten Angeboten aus dem Ausland durchsetzen – und das ist herausfordernd“, betonte der Familienunternehmer.

Gleichwohl werde man alles daransetzen, den Standort Deutschland zu stärken. „Wir werden weiter investieren und der verlässliche Partner der Landwirtschaft bleiben“, betonte Maximilian Tönnies. Die Landwirte bräuchten dafür planbare politische Leitplanken, um beispielsweise in neue Ställe zu investieren.