Bundesminister wirbt für Neustart der Schweinefleischexporte

Zum Auftakt der Gespräche vereinbarten Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und sein japanischer Amtskollege Norikazu Suzuki eine intensivere Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungsbereich. Foto: BMLEH

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat auf seiner Asienreise ein klares Signal für die weitere Internationalisierung der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft gesetzt. Im Zentrum seines Aufenthalts in Tokio stand insbesondere die Perspektive einer Wiederaufnahme der Exporte von deutschem Schweinefleisch nach Japan – ein Markt, der seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Jahr 2020 für deutsche Anbieter weitgehend verschlossen ist.

Zum Auftakt der Gespräche vereinbarten Rainer und sein japanischer Amtskollege Norikazu Suzuki eine intensivere Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungsbereich. In einer gemeinsamen Protokollerklärung wurde das Ziel bekräftigt, die bilateralen Handelsbeziehungen weiter auszubauen und bestehende Markthindernisse perspektivisch abzubauen. Für die deutsche Fleischwirtschaft steht dabei insbesondere der Schweinefleischexport im Fokus – ein Bereich, der durch die ASP-bedingten Importstopps in wichtigen Drittlandsmärkten stark beeinträchtigt wurde.

Japan gilt trotz seiner hohen Qualitätsanforderungen als verlässlicher und wachstumsstarker Absatzmarkt für hochwertige Lebensmittel. Mit einem Selbstversorgungsgrad von rund 38 Prozent ist das Land in erheblichem Maße auf Importe angewiesen. Vor dem Importstopp gehörte Japan zu den wichtigsten Abnehmern deutscher Schweinefleischprodukte in Asien. Parallel zu China nahm das Land im Jahr 2019 einen erheblichen Anteil der deutschen Drittlandsexporte auf.

Die aktuelle Herausforderung liegt in der Wiederherstellung des Marktzugangs unter den Bedingungen der ASP. Deutschland verfolgt dabei konsequent den Ansatz der Regionalisierung. Ziel ist es, Handelsbeziehungen künftig nicht mehr pauschal auf nationaler Ebene zu beschränken, sondern Exporte aus ASP-freien Regionen weiterhin zu ermöglichen. In Tokio verständigten sich beide Seiten darauf, den wissenschaftlichen Austausch zur Umsetzung dieses Prinzips zügig fortzusetzen. Die zuständigen Behörden stehen hierzu bereits in engem Austausch, insbesondere im Hinblick auf die Anforderungen für den Export von wärmebehandeltem Schweinefleisch.

Die Bedeutung dieses Ansatzes für die Branche ist erheblich. Seit der ASP-bedingten Schließung wichtiger asiatischer Märkte sind die deutschen Exporte deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Wettbewerbsdruck auf dem europäischen Binnenmarkt gestiegen. Die Wiederöffnung von Drittlandsmärkten – insbesondere in Asien – bleibt daher ein zentraler Baustein zur Stabilisierung der Wertschöpfungsketten in der Schweinehaltung und Fleischverarbeitung.

Neben dem Thema Schweinefleisch ist die Reise auch Teil einer breiter angelegten Agrarexportstrategie. Deutschland setzt dabei auf stabile Handelsbeziehungen, resiliente Lieferketten und eine stärkere internationale Vernetzung. Die begleitende Wirtschaftsdelegation unterstreicht zudem die wirtschaftliche Relevanz der Gespräche für die gesamte Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zum Export.

Im weiteren Verlauf der Reise stehen zusätzliche Gespräche in China auf dem Programm. Auch dort ist die Wiederöffnung des Marktes für deutsches Schweinefleisch ein zentrales Ziel. China und Japan zählen traditionell zu den bedeutendsten Drittlandsmärkten für deutsche Schweinefleischprodukte.

Foto: BMLEH