Die agrarpolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine soll weiter ausgebaut werden. Am Rande der Deutsch‑Ukrainischen Regierungskonsultationen verständigten sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und sein ukrainischer Amtskollege Oleksij Sobolew darauf, die Kooperation in zentralen Bereichen zu intensivieren.
Geplant ist unter anderem ein engerer Austausch zu agrarwirtschaftlichen Fragen wie der Saatgutproduktion, aber auch eine stärkere Zusammenarbeit in der landwirtschaftlichen Ausbildung und der Wissenschaft. Ein zentrales Ziel bleibt die Annäherung des ukrainischen Agrarsektors an die Standards der Europäischen Union.
Aus Sicht der Bundesregierung geht es dabei nicht nur um politische Solidarität, sondern auch um faire Wettbewerbsbedingungen. Einheitliche rechtliche Rahmenbedingungen und vergleichbare Standards gelten als Voraussetzung dafür, dass ukrainische Agrarbetriebe schrittweise in den EU‑Binnenmarkt integriert werden können. Der bereits bestehende agrarpolitische Dialog zwischen beiden Ländern soll deshalb inhaltlich erweitert und stärker auf praktische Fragestellungen der Agrarwirtschaft ausgerichtet werden.
Ein weiterer Baustein ist die Begleitung von Reformen im ukrainischen Agrar- und Ernährungssektor. Dafür soll eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden, an der neben Ministerien auch parlamentarische Gremien, Vertreter der Europäischen Kommission, Wirtschaftsverbände und Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Der regelmäßige Austausch zu EU‑agrarpolitischen Themen soll den Annäherungsprozess an die Europäische Union fachlich unterstützen.
Aus ukrainischer Sicht steht dabei insbesondere die Anpassung an europäische Standards im Mittelpunkt – sowohl in der beruflichen Bildung als auch im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Gleichzeitig werden neue Kooperationsfelder wie Biomethanproduktion und nachhaltige Forstwirtschaft als Zukunftsthemen benannt.