Erfolgreicher Export braucht offene Märkte

Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Grünen Woche setzte ein deutliches Signal für die deutsche Ernährungswirtschaft. Merz würdigte am Dienstag die unternehmerische Stärke, Innovationskraft und hohe Produktivität der Branche und zeigte sich „wirklich beeindruckt“ von deren Leistungsfähigkeit – insbesondere im Spannungsfeld zwischen marktwirtschaftlichen, ökologischen und globalen Anforderungen. Am Stand „Zukunft schmeckt“ der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), an dem auch die zur Mühlen Gruppe vertreten ist, standen die aktuellen Herausforderungen im Mittelpunkt.

Noch am Vormittag war Außenminister Johann Wadephul am Gemeinschaftsstand zu Gast. Im Gespräch mit BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff, BVE-Geschäftsführer Olivier Kölsch und Axel Knau, Geschäftsführer der zur Mühlen Gruppe, ging es um die Bedeutung offenen Handels in geopolitisch angespannten Zeiten. Die Kernbotschaft: Erfolgreicher Export braucht offene Märkte, politische Verlässlichkeit und starke internationale Partnerschaften.

Am Nachmittag folgte der Besuch des Bundeskanzlers. Merz verschaffte sich einen Einblick in die Dimensionen der Ernährungsindustrie – dargestellt in einem Miniaturmodell, das die enorme Leistungsfähigkeit der Branche sichtbar macht. Am Gemeinschaftsstand sprach er mit Vertretern der Industrie über die wirtschaftliche Lage. Unter den Gesprächspartnern waren Clemens Tönnies, Geschäftsführender Gesellschafter der Premium Food Group, sowie Thomas Dosch, Leiter des Berliner Büros der Premium Food Group.

Bunte Container symbolisierten die beeindruckende Jahresproduktion der Branche: 124 Millionen Tonnen Lebensmittel und Getränke, davon 44 Millionen Tonnen für den Export. Merz zeigte sich beeindruckt von der wirtschaftlichen Bedeutung des Sektors, der nach Umsatz zu den drei größten Industriebranchen Deutschlands zählt. Christoph Minhoff betonte im Gespräch eine klare Erwartung an die Politik: Dieser Wirtschaftsmotor müsse gestärkt statt durch zusätzliche Bürokratie oder neue Steuern ausgebremst werden.

Auch die bevorstehende Wirtschaftsdelegationsreise des Bundeskanzlers nach China (24.–27. Februar) war Thema am Stand. „Entscheidend bleibt: Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Marktpräsenz benötigen verlässliche politische Rahmenbedingungen“, sagt Thomas Dosch. Diese Botschaft habe man Friedrich Merz gegenüber unterstrichen. Größtes Anliegen sei, dass bei der Kanzlerreise ein Regionalisierungsabkommen für Schweinefleisch gelinge. „Wir brauchen die gesamte Wertschöpfung für das ganze Tier inklusive aller Nebenprodukte – auch von solchen, die in Europa keine Nachfrage finden“, so Dosch weiter.