Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) hat im Rahmen der Initiative „Q-Check“ die neuesten Daten des nationalen Tierwohlmonitorings für das Jahr 2026 vorgelegt. Die Ergebnisse bescheinigen der deutschen Milchviehhaltung insgesamt ein gutes und stabiles Tierwohlniveau. Die Auswertung basiert auf einer enormen Datenbasis: Für das aktuelle Monitoring haben die beteiligten Milchkontrollverbände und Rechenzentren die Daten von rund 2,915 Millionen Kühen aus fast 30.000 Betrieben zusammengetragen. Damit bildet die Statistik die Tierwohlindikatoren von rund 87 Prozent des gesamten deutschen Milchkuhbestandes ab.
Ein zentraler Befund des Berichts betrifft die langfristige Tiergesundheit. So verzeichnen die Experten insbesondere bei den Indikatoren zur Eutergesundheit eine kontinuierliche, deutlich positive Entwicklung über die vergangenen Jahre. Ein konkretes Beispiel dafür ist der Anteil der Kühe mit einem chronisch auffälligen Zellgehalt, welcher von 26,3 Prozent im Jahr 2022 auf nunmehr 25,0 Prozent im Jahr 2025 gesenkt werden konnte. Auch bei der Merzungs- beziehungsweise Abgangsrate der Kühe, die zwischenzeitlich eine Verschlechterung aufgewiesen hatte, zeigt der Trend wieder in die richtige Richtung: Im aktuellen Auswertungsjahr stabilisierte sich dieser Indikator und sank auf 27,4 Prozent. Die Verbände werten diese Ergebnisse als klaren Beleg für ein hochentwickeltes und vorausschauendes Herdenmanagement der deutschen Milchviehhalter.
Über die reine Berichterstattung auf nationaler Ebene hinaus verfolgt das Q-Check-System einen praxisorientierten Ansatz. Die Erzeuger erhalten die berechneten Indikatoren über den betriebsindividuellen Q-Check-Report direkt zurückgespiegelt. Durch den Vergleich mit inner- und überbetrieblichen Benchmarks können Landwirte potenzielle Schwachstellen in der eigenen Herde frühzeitig identifizieren und gezielte Optimierungen vornehmen. Zudem dient der Report als valide Unterstützung für die gesetzlich vorgeschriebene betriebliche Eigenkontrolle.
Für die nahe Zukunft kündigt die Bündlergruppe eine maßgebliche Weiterentwicklung des Systems an. Im Rahmen des Projekts „Q-Index“ wird derzeit ein neues Bewertungstool erarbeitet, das die 16 Einzelindikatoren übersichtlicher zusammenfasst. Künftig sollen die zentralen Bereiche Stoffwechselgesundheit, Eutergesundheit und Tierverluste jeweils in einem separaten Score sowie in einem übergeordneten Gesamt-Score abgebildet werden. Eine geplante, quartalsweise Bereitstellung dieser Auswertungen soll es den Betriebsleitern ermöglichen, noch schneller auf Leistungs- oder Gesundheitsabweichungen zu reagieren und das Herdenmanagement gezielt zu unterstützen.