Nach fast sieben Jahren der Sperre hat die Republik der Philippinen offiziell bekannt gegeben, die Einfuhr von Schweinefleisch und Innereien aus Deutschland wieder zuzulassen. Mit Schreiben vom 22. April 2026 bestätigt das philippinische Landwirtschaftsministerium, die Entscheidung, dass Importe aus ASP-freien Gebieten Deutschlands wieder möglich sind. Die neuerliche Marktöffnung basiert auf der Anerkennung des sogenannten Regionalisierungsprinzips. Sie ist das Ergebnis jahrelanger, intensiver Verhandlungen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Hintergrund der langjährigen Sperre war das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland im Jahr 2020 sowie zuvor in der EU. Während der Handel innerhalb der Europäischen Union dank klarer Zonenregelungen von keinen größeren Einschränkungen betroffen gewesen ist, verhängten viele Drittstaaten – darunter auch die Philippinen – einen kompletten Importstopp für deutsches Schweinefleisch.
Die Wiederöffnung der Philippinen als Exportmarkt ist ein positives Signal und ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung unserer Absatzmöglichkeiten nach den Einschränkungen durch die ASP. Auch wenn die aktuell zu erwartenden Exportmengen im Vergleich zu anderen Märkten wie beispielsweise China eher begrenzt sind, schafft dieser Schritt mittelfristig eine verlässliche Perspektive und stärkt das Vertrauen in die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Gleichzeitig bleibt die Lage am europäischen Schweinemarkt angespannt. Es fehlen weiterhin spürbare Impulse, um Angebot und Nachfrage nachhaltig in Einklang zu bringen. Vor diesem Hintergrund ist die Öffnung zusätzlicher Märkte von großer Bedeutung, wenn auch kurzfristig keine direkten Impulse dadurch zu erwarten sind.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer betonte, dass die Erschließung von Märkten höchste Priorität habe und die Agrarexportstrategie nun Früchte trage – ähnlich wie bereits zuvor bei der Marktöffnung in Südkorea.