Tierwohl und Preis gewinnen an Bedeutung

Verbraucher achten beim Einkauf von Lebensmitteln wieder mehr auf die Preise – und auf das Tierwohl. Das zeigt der aktuelle Ernährungsreport 2025 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Auch wenn der Geschmack weiterhin das wichtigste Kriterium beim Lebensmitteleinkauf ist, rücken andere Faktoren zunehmend in den Fokus.

Immer mehr Menschen geben an, dass günstige Preise für sie entscheidend sind. 59 Prozent der Befragten orientieren sich beim Einkauf an niedrigen Preisen. Damit erreicht der Wert fast das Niveau des ersten Ernährungsreports von 2015 (58 Prozent). Nach einem Tiefstand von 46 Prozent im Jahr 2020 steigt die Bedeutung des Preises seit 2021 kontinuierlich.

Unangefochten an erster Stelle steht jedoch der Geschmack: 93 Prozent der Deutschen halten ihn für das wichtigste Kriterium. Danach folgen die Saisonalität von Obst und Gemüse (79 Prozent), die regionale Herkunft (77 Prozent) sowie die Tierhaltung (ebenfalls 77 Prozent). Beim Tierwohl spielen Gütesiegel eine große Rolle: 65 Prozent achten immer oder meist auf entsprechende Kennzeichnungen.

Auch die Gesundheitsaspekte gewinnen an Bedeutung. 64 Prozent wünschen sich weniger Zucker, Fett oder Salz in verarbeiteten Produkten – ein deutlicher Anstieg gegenüber 58 Prozent im Jahr 2019. Für 90 Prozent ist „gesund“ ein sehr wichtiger oder wichtiger Aspekt beim Essen. Zudem legen 57 Prozent Wert auf eine schnelle Zubereitung, vor zehn Jahren waren es erst 45 Prozent.

Der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ wird seit 2015 jährlich im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellt. Für die repräsentative Studie befragt das Institut Forsa rund 1.000 Personen ab 14 Jahren. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) betonte bei der Vorstellung, dass Lebensmittel für alle erschwinglich bleiben müssen: „Wir dürfen das Angebot nicht durch zusätzliche staatliche Aufschläge verteuern.“ Zugleich stellte er klar, dass die Bundesregierung keine Vorgaben macht, „was auf den Tisch kommt“.