Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für Tierwohl und Klimaschutz ist

Die aktuellen globalen Herausforderungen erfordern einen nüchternen, wissenschaftsbasierten Blick auf Fakten – gerade in einer Phase, in der der Klimaschutz nicht überall Priorität genießt. Das hat Dr. Gereon Schulze Althoff, Chief Sustainability Officer der Premium Food Group, beim jüngsten Fleischkongress der Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis in Bonn deutlich gemacht. Umso wichtiger sei es, sich auf die relevanten Kernaufgaben zu konzentrieren und diese konsequent voranzutreiben.

Schulze Althoff betonte im Gästehaus Petersberg, dass die deutsche Tierhaltung im internationalen Vergleich bereits heute zur Spitzengruppe gehört. Darauf lasse sich weiter aufbauen – mit realistischen, wirksamen und vor allem wirtschaftlich tragfähigen Verbesserungen. Im Zentrum stehen für ihn zwei Fragen: Wie können Tierwohl und Klimaschutz weiterentwickelt werden, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden? Und welche Rolle spielen valide Daten für echten Fortschritt?

Dr. Gereon Schulze Althoff ist überzeugt: „Mit Instrumenten wie Science Based Targets, der QS‑Klimaplattform oder QS‑SojaPlus stehen der Branche moderne Werkzeuge zur Verfügung, um Entwicklungen transparent und methodisch sauber abzubilden. Die Premium Food Group arbeitet derzeit an einem zertifizierten Produktfußabdruck für Schweinefleisch – und erste Ergebnisse zeigen: Der Wert liegt rund 20 Prozent unter vielen gängigen Datenbankstandards.“ Für Schulze Althoff ist das ein Beleg dafür, dass die Klimaleistungen entlang der gesamten Kette – vom Futter über die Zucht bis hin zur Verarbeitung – bisher vielfach unterschätzt wurden.

Gleichzeitig erinnert er daran, dass Tierwohl und Klimaschutz mit realen Mehrkosten verbunden sind. „Langfristige Lösungen funktionieren nur, wenn die gesamte Wertschöpfungskette gemeinsam anpackt – und wenn Mehrleistungen auch bezahlt werden. Nur so bleiben Landwirte und Verarbeiter wirtschaftlich handlungsfähig.“

Die Botschaft von Gereon Schulze Althoff an die Akteure: „Wir sollten uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Kräfte zu bündeln, wissenschaftlich relevante Aufgaben in den Mittelpunkt zu stellen und an Lösungen zu arbeiten, die messbar wirken. Fortschritt bleibt möglich – wenn er auf Fakten basiert und gemeinsam gestaltet wird.“

Foto: Peter Eilers für Lebensmittel Praxis