Tönnies in Bayern: „Gekommen um zu bleiben“

Wie geht es weiter mit der geplanten Übernahme der Vion-Standorte durch Tönnies in Süddeutschland? Diese Frage stand im Mittelpunkt beim Treffen des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV) im oberbayerischen Weichering. Clemens Tönnies, geschäftsführender Gesellschafter der Premium Food Group, ging bei seinem Vortrag explizit darauf ein und versprach: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“. Dabei ging es auch um die tolle Entwicklung des Standorts Kempten im Allgäu, den das Familienunternehmen seit der Übernahme stark weiterentwickelt und im süddeutschen Markt etabliert hat.

Doch warum genau Süddeutschland? „Wir haben hier tolle Bauern, großartige Familienbetriebe und hervorragendes Fleisch. Das bayerische Rindfleisch ist bekannt für seine hohe Qualität – und das wollen wir weiterentwickeln und sichern“, sagte er und erntete zustimmenden Applaus der rund 200 Anwesenden. Denn Fleisch aus Bayern sei auch überregional gefragt. Das zeige der Absatz der Regionalprogramm-Produkte, die Tönnies aus Kempten heraus im Handel platzieren konnte.

Nach der Untersagung der Übernahme durch das Bundeskartellamt hat die Premium Food Group Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt. Auch eine Ministererlaubnis ist denkbar. Denn: „Wir sehen uns als präferierten Übernehmer – wir haben Erfahrung mit den süddeutschen Bauern und kennen den Markt hier sehr gut“, betonte Clemens Tönnies

In der anschließenden Fragerunde trat der Familien-Unternehmer mit den anwesenden Landwirten in den Dialog. Er machte deutlich, wie wichtig eine regionale Schlachthofstruktur sei – vor allem für die Bäuerinnen und Bauern und die Tiere.