Gemeinsam durch schwierige Zeiten: Clemens Tönnies wirbt in Lorup für Zusammenhalt und langfristige Lösungen

Die Herausforderungen am Schweinemarkt beschäftigen derzeit die gesamte Branche. Entsprechend groß war das Interesse am Diskussionsabend der CDU bei der EZG Hümmling am Mittwochabend in Lorup: Rund 400 Landwirtinnen und Landwirte nutzten die Gelegenheit, mit Clemens Tönnies über die aktuelle Marktsituation, die Zukunft der Schweinehaltung und mögliche Lösungsansätze ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die gesamte Wertschöpfungskette die derzeit schwierige Phase gemeinsam meistern kann. Für Clemens Tönnies war dabei eines besonders wichtig: „Ich hoffe, wir gehen heute auseinander und sagen: Wir halten zusammen, wir schaffen das miteinander.“

Preisverfall ist international verursacht

Mit Blick auf den aktuellen Schweinepreis machte Tönnies deutlich, dass die Entwicklung nicht auf den deutschen Markt zurückzuführen sei. Niemand habe damit gerechnet, dass der Schweinepreis innerhalb kurzer Zeit auf 1,40 Euro je Kilogramm absinken würde.

Als wesentlichen Auslöser nannte er die veränderten internationalen Warenströme. Weil Spanien derzeit deutlich weniger Schweinefleisch nach China, Japan oder Südkorea exportieren könne, seien große Mengen auf den europäischen Markt umgeleitet worden. Das zusätzliche Angebot habe den Markt erheblich unter Druck gesetzt.

Um die Auswirkungen abzufedern, habe man große Mengen Fleisch eingefroren worden. So seien mehr Schweine geschlachtet worden, als unmittelbar vom Markt nachgefragt wurden – mit dem Ziel, den Markt möglichst zu stabilisieren.

Deutsche Herkunft bleibt ein entscheidender Vorteil

Trotz der angespannten Situation sieht Clemens Tönnies die deutsche Schweinehaltung gut aufgestellt. Besonders hob er das klare Bekenntnis des Lebensmitteleinzelhandels zu Schweinefleisch aus deutscher Herkunft hervor. „Das ist eine wichtige Lebensversicherung für unsere Branche“, betonte er.

Zugleich erinnerte er daran, was Landwirtschaft, Vermarktung und Fleischwirtschaft in den vergangenen Jahren gemeinsam erreicht haben. Tierwohlprogramme, höhere Qualitätsstandards und Investitionen entlang der gesamten Kette hätten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Ware nachhaltig gestärkt. „Wir sind mit Premium-Qualität im Markt – und genau diese Qualität produzieren unsere Landwirte Tag für Tag.“

Mehr Planungssicherheit schaffen

Ein weiteres Thema war die hohe Volatilität der Schweinepreise. Aus Sicht von Clemens Tönnies sollte die Branche darüber nachdenken, gemeinsam neue Wege zu gehen. Sein Vorschlag: Statt zahlreicher Preisbewegungen innerhalb eines Jahres könnten Erzeuger, Vermarktung und Verarbeitung gemeinsam mit einer Kommission auf den Lebensmitteleinzelhandel zugehen und längerfristige Preisvereinbarungen – beispielsweise für jeweils sechs Monate – entwickeln.

„Wir müssen doch gemeinsam wirtschaftlich erfolgreich sein“, sagte Tönnies. Mehr Planungssicherheit würde allen Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette zugutekommen. Die Initiative dazu müsse aus kartellrechtlichen Gründen aber von der Landwirtschaft aus kommen.

Langfristig optimistisch

Neben den aktuellen Herausforderungen richtete Clemens Tönnies den Blick bewusst nach vorne. Positiv bewertete er die Entwicklung des Fleischkonsums, der zuletzt wieder angestiegen sei. Auch internationale Prognosen gingen von einem weiter wachsenden Bedarf an tierischem Eiweiß aus.

Gleichzeitig unterstrich er, dass das Rheda-Wiedenbrücker Familienunternehmen trotz des schwierigen Marktumfeldes konsequent in ihre deutschen Standorte investiere und damit ein klares Signal für den Produktionsstandort Deutschland setze.

Offener Austausch mit den Erzeugern

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine intensive Fragerunde, in der die Landwirtinnen und Landwirte ihre Anliegen direkt an Clemens Tönnies richten konnten. Themen waren unter anderem die Preisentwicklung, politische Rahmenbedingungen, internationale Märkte sowie die Zukunft der deutschen Schweinehaltung.

Der große Zuspruch mit rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der persönliche Dialog innerhalb der Branche gerade in herausfordernden Zeiten ist. Zum Abschluss richtete Clemens Tönnies noch einmal eine klare Botschaft an die Erzeuger: „Ich stehe dafür hier: Wir kommen da gemeinsam durch.“