Bauerntag: Wirtschaftlichkeit sichern, Tierhaltung stärken, Politik muss liefern

Der Deutsche Bauerntag 2026 in Freiburg hat deutliche Signale für die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland gesendet. Insbesondere für Schweinehalter zeigt die Veranstaltung: Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, der politische Handlungsdruck steigt – und die Branche fordert konkrete Maßnahmen statt weiterer Diskussionen.

Ein Schwerpunkt des Bauerntags war die Zukunft der Tierhaltung. Politik und Branche betonten übereinstimmend ihre Bedeutung für Versorgungssicherheit und ländliche Räume. Für die Schweinehaltung wurden konkrete Forderungen formuliert. Angesichts steigender Anforderungen sprach sich der Bauernverband für gezielte Unterstützung aus.

Joachim Rukwied forderte beispielsweise finanzielle Hilfen zur Stabilisierung der Tierhaltung, unter anderem: Unterstützung für Sauenhalter, etwa mit einem Investitionspaket von 200 Millionen Euro. Die Botschaft war eindeutig: Der notwendige Umbau der Schweinehaltung kann nur gelingen, wenn Investitionen wirtschaftlich tragfähig sind.

Ein weiterer zentraler Punkt des Bauerntags war die Kritik an zunehmender Regulierung. Rukwied forderte einen klaren Kurswechsel: Der Green Deal sei gescheitert – die Landwirtschaft brauche „keine immer neuen Verbote und Auflagen, sondern Verlässlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit“

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bekräftigte den agrarpolitischen Kurswechsel der Bundesregierung und kündigte weitere Schritte beim Bürokratieabbau, bei der Düngeverordnung und in der gemeinsamen Agrarpolitik an. „Ich bin angetreten, um Probleme zu lösen und nicht, um Probleme zu verwalten“, sagte er. Als bisherige Schritte nannte er unter anderem die Abschaffung der Stoffstrombilanz, schnellere Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und erste Schritte beim Bürokratieabbau. Für Schweinehalter ist entscheidend, dass diesen Ankündigungen nun konkrete Erleichterungen folgen – insbesondere bei Bau- und Immissionsschutzrecht, Dokumentationspflichten und Investitionsförderung.

Die Bedeutung der heimischen Produktion wurde auf dem Bauerntag stärker als zuvor hervorgehoben. Bundeslandwirtschafsminister Alois Rainer betonte: „Nirgendwo auf der Welt werden Tierschutz und Nutztierhaltung so hoch gehalten wie in Deutschland.“Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, unterstrich: „Landwirtschaft ist systemrelevant“. Auch der Bauernverband verdeutlichte, dass eine leistungsfähige Landwirtschaft entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung und die Stabilität des ländlichen Raums ist.

Für Schweinehalter ergibt sich daraus eine klare Perspektive:
Die politische Debatte verschiebt sich weg von der Frage, ob produziert wird, hin zur Frage, wie Produktion in Deutschland gesichert werden kann.

Foto: DBV