Die aktuellen Zahlen der Viehzählung zum Mai 2026 liefern eine klare Botschaft für die Schweinebranche in Deutschland: Die Strukturen verändern sich weiter – und zwar mit einer deutlichen Richtung. Während häufig der Fokus auf die sinkende Zahl der Betriebe gelegt wird, lohnt sich ein genauerer Blick auf eine andere Entwicklung: Die verbleibenden Betriebe wachsen und entwickeln sich weiter.
Zum Stichtag 3. Mai 2026 wurden in Deutschland rund 21 Millionen Schweine gehalten. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Auffällig ist dabei weniger die absolute Zahl als vielmehr die Struktur dahinter. Im Durchschnitt hält ein Betrieb heute rund 1.400 Tiere – etwa 300 mehr als noch vor zehn Jahren.
Nach Jahren rückläufiger Bestände zeigt sich aktuell eine leichte Stabilisierung der Tierzahlen. Mit einem Plus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr bewegt sich der Schweinebestand erstmals wieder leicht nach oben. Das ist ein wichtiges Signal für die Marktversorgung, Planungssicherheit entlang der Wertschöpfungskette und nicht zuletzt für den Lebensmitteleinzelhandel. Denn stabile Tierzahlen schaffen die Grundlage für verlässliche Lieferstrukturen.
Gleichzeitig zeigt sich weiterhin ein Rückgang der schweinehaltenden Betriebe. Innerhalb eines Jahres waren es rund 3,6 % weniger Höfe. Dieser Rückgang geht aber eben Hand in Hand mit der Entwicklung hin zu größeren und leistungsfähigeren Einheiten.
Konstant bleibt die Zahl der Rinder in Deutschland: Zum 3. Mai 2026 belief sich der Bestand in Deutschland auf rund 10,4 Millionen Tiere, darunter 3,6 Millionen Milchkühe. Mit 0,2 Prozent bzw. 17.200 Rindern stieg die Zahl sogar leicht im Vergleich zum Vorjahr.