Zukunft der Schweinehaltung: Warum Anreize wichtiger sind als Ausstiegssignale

Die Lage am Schweinemarkt bleibt angespannt. Viele Betriebe stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Gerade in der Schweinehaltung zeigt sich aktuell, wie sensibel landwirtschaftliche Betriebe auf Marktverwerfungen, Kostensteigerungen und politische Unsicherheit reagieren. Umso wichtiger ist die Frage, welche Signale die Politik jetzt sendet.

Standpunkt von Thomas Dosch zum THKG

Im Mai hat die Bundesregierung ihren Entwurf für das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) zur Notifizierung bei der EU-Kommission in Brüssel. Doch der Zeitplan gerät gehörig ins Wanken: Brüssel hat die Notifizierungsfrist nun bis Mitte November verlängert. Thomas Dosch, Leiter des Berliner Büros der Premium Food Group, ordnet die aktuelle Situation ein:

ASP in Deutschland: Fallzahlen gehen deutlich zurück

Die Entwicklung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 macht Mut: Die Zahl der nachgewiesenen Fälle bei Wildschweinen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Juni diesen Jahres wurden bundesweit 623 ASP-Fälle registriert. Das entspricht einem Rückgang von rund 60 Prozent gegenüber den 1.623 Fällen im ersten Halbjahr 2025.

Neuer Kurs in Brüssel: Die EU bekennt sich zur Nutztierhaltung

Die Europäische Kommission sendet ein deutliches Signal: Die Tierhaltung wird als strategisch wichtiger Bestandteil der europäischen Landwirtschaft und der Versorgungssicherheit betrachtet. Die Europäische Kommission spricht ausdrücklich von einer „resilienten, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Nutztierhaltung“ und erkennt die zentrale Bedeutung des Sektors für ländliche Räume, Arbeitsplätze und die Lebensmittelversorgung an.

Weltweiter Fleischhunger wächst weiter

Der aktuelle OECD-FAO Agricultural Outlook 2026–2035 zeichnet ein klares Bild: Weltweit steigt die Nachfrage nach Fleisch weiter – und zwar über das gesamte kommende Jahrzehnt hinweg.