Mit der Einführung neuer Lieferverträge modernisiert Tönnies seine Zusammenarbeit mit Schweinehaltern und schafft die Grundlage für künftige Vermarktungsmodelle am Schweinemarkt. Die neuen Verträge werden bereits seit März 2026 erfolgreich mit neuen Lieferanten umgesetzt und sollen nun schrittweise auch bei bestehenden Vertragslandwirten eingeführt werden.
„Wir bekennen uns weiter klar zur VEZG-Notierung und werden sie zur Orientierung nutzen. Eine vertraglich fixierte Bindung an den Vereinigungspreis lässt sich aber aus verschiedenen Gründen nicht mit den neuen Preismodellen vereinbaren, die der Schweinemarkt dringend braucht“, erklärt Dr. Robert Elmerhaus, Leiter Lebendvieheinkauf bei Tönnies Pork.
Warum Tönnies die Verträge modernisiert
Die gesamte Branche diskutiert seit Monaten intensiv darüber, wie der deutsche Schweinemarkt widerstandsfähiger und krisenfester aufgestellt werden kann. Marktbeobachter, Erzeugervertreter und Unternehmen sind sich dabei weitgehend einig: Für die Zukunft werden moderne und flexiblere Preismodelle benötigt, die den Anforderungen eines zunehmend dynamischen Marktes gerecht werden. Zuletzt hatte Tönnies beispielsweise ein Preisstabilitäts-Modell mit mehrmonatigen Preisen ins Spiel gebracht und hatte damit große Zustimmung innerhalb der Landwirtschaft erhalten.
Die Anpassung der Lieferverträge ist daher ein wichtiger Schritt, um solche Modelle künftig überhaupt umsetzen zu können. Gleichzeitig schafft Tönnies mehr Flexibilität für zukünftige Entwicklungen entlang der Wertschöpfungskette.
VEZG-Notierung bleibt maßgebliche Orientierung
Auch mit den neuen Verträgen bleibt die VEZG-Notierung die maßgebliche Orientierung für die Preisfindung. Der künftig veröffentlichte Tönnies-Schweinepreis wird jeden Donnerstag bekanntgegeben und bildet die vertragliche Grundlage der Zusammenarbeit.
Im Zusammenhang mit den neuen Vertragsangeboten haben der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) angekündigt, die Verträge prüfen zu wollen. Tönnies steht hierzu bereits im konstruktiven Austausch mit beiden Organisationen. Ziel bleibt es, offene Fragen transparent zu erläutern und gemeinsam eine verlässliche Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Schlachtunternehmen und Erzeugern sicherzustellen.
Durch moderne Verträge gemeinsam in die Zukunft
Die Schweinehaltung steht vor vielfältigen Herausforderungen. Umso wichtiger sind verlässliche Partnerschaften und Vertragsmodelle, die zukünftige Marktanforderungen berücksichtigen können. Mit den neuen Lieferverträgen schafft Tönnies die Voraussetzungen für moderne Preismodelle, ohne die bewährte Orientierung an der VEZG aus den Augen zu verlieren.